Die europäische Währung geriet zum Ende der letzten Woche regelrecht ins Aus, könnte sich jedoch schon bald wie Phönix aus der Asche erheben. Wie bereits erwähnt, wirkt die Wellenstruktur des Abwärtssegments im EUR/USD-Trend abgeschlossen, sodass die europäische Währung in naher Zukunft eine bullische Wellenserie ausbilden könnte. Zweifellos wird die Stärkung des Euro in hohem Maße von geopolitischen Faktoren abhängen. Sollten sich Iran und die USA auf ein Memorandum of Understanding einigen, eine weitere Waffenruhe aushandeln und die Straße von Hormus wieder freigeben, würde dies allen Risk-Währungen, einschließlich Pfund und Euro, spürbare Unterstützung bieten. Bleiben hingegen sowohl der Konflikt als auch die Blockade der Meerenge bestehen, dürfte der europäischen Währung lediglich eine korrektive Wellenstruktur bevorstehen, an die sich ein neuer impulsiver Abwärtsabschnitt des Trends anschließen würde.
In dieser Woche stehen in der Europäischen Union mehrere wichtige Ereignisse an, doch konzentriere ich mich auf das wichtigste – die Sitzung der European Central Bank. Zu Wochenbeginn ist der Markt überzeugt, dass die ECB am Donnerstag den Leitzins um 25 Basispunkte anheben wird. Dies wurde in letzter Zeit von mehreren EZB-Vertretern – wenn auch nicht von allen – wiederholt bekräftigt. Im EZB-Rat dürfte es zwar einige Gegner einer geldpolitischen Straffung geben, doch die „Falken“ werden sich aller Voraussicht nach durchsetzen.
Meiner Ansicht nach wird eine Zinserhöhung der ECB den Euro stützen, der ohnehin bereits auf einen bullischen Kurs eingeschwenkt ist. Häufig preist der Markt Ereignisse im Voraus ein; derzeit ist dies jedoch nicht der Fall, da die Nachfrage nach dem Euro in den vergangenen Wochen zurückgegangen ist. Folglich wurde die bereits bekannte Straffung der ECB-Politik von den Marktteilnehmern noch nicht vollständig eingepreist. Trifft diese Annahme zu und führen geopolitische Entwicklungen nicht zu einem erneuten Einbruch, könnte der Euro vor guten Perspektiven stehen.
Ebenso wichtig ist, welche Signale die ECB und Christine Lagarde an den Markt senden. Die Zentralbank könnte sich mit einer einmaligen Zinserhöhung begnügen, oder sie bereitet möglicherweise einen ganzen Zyklus von Zinsschritten vor, zumal die Inflation in der EU bereits fünf Monate in Folge gestiegen ist. Der Konflikt im Nahen Osten ist nicht beendet und steht einer Eskalation deutlich näher als einem Friedensabkommen. Infolgedessen ist kurzfristig nicht mit sinkenden Ölpreisen zu rechnen, und die Inflation könnte weiter anziehen. Signalisiert die ECB Bereitschaft zu mehreren Zinserhöhungen in diesem Jahr,
Auf Grundlage der Analyse von EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass das Instrument weiterhin in einem Aufwärtstrendsegment (unteres Chart) verläuft, sich kurzfristig jedoch in einem Abwärtstrendsegment befindet, das bereits abgeschlossen sein könnte. Meiner Einschätzung nach ist dies ein guter Zeitpunkt, um Long-Positionen aufzubauen. Ein erfolgloser Versuch, die Marke von 1,1513 zu durchbrechen, die dem 76,4%-Niveau auf der Fibonacci-Skala entspricht, in Kombination mit dem abgeschlossenen Erscheinungsbild des Abwärtstrendsegments, deutet darauf hin, dass das Instrument nun in die Bildung einer bullischen Wellenserie übergehen dürfte – mit Zielen im Bereich der 17er-Marke und darüber.
Das Wellenbild für das GBP/USD-Instrument ist klarer geworden. Derzeit hat das Instrument drei Abwärtswellen ausgebildet, während EUR/USD fünf Wellen gebildet hat. Daher könnte sich das Pfund auf die Ausbildung einer korrektiven Struktur beschränken, und beide Währungspaare könnten mit dem Aufbau neuer Aufwärtstrendsegmente beginnen. Dies ist momentan nur eine Annahme, aber eine durchaus wahrscheinliche. Trifft sie zu, dürfte das Instrument mit Zielen im Bereich der 35er-Marke und darüber zu steigen beginnen. Den Marktteilnehmern bietet sich aktuell eine gute Gelegenheit zum Kauf.
QUICK LINKS