Das Währungspaar EUR/USD setzte seinen stetigen Rückgang am Freitag fort – erneut aus keinem anderen Grund als geopolitischen Spannungen. Der Abwärtstrend hielt sogar über Nacht an, was auf ein hohes Maß an Vertrauen des Marktes in seine Positionierung schließen lässt. Vor einer Woche sahen wir noch einen panikartigen Einbruch und eine Flucht in sichere Häfen, doch inzwischen handelt es sich um wohlüberlegte, nachvollziehbare Dollar-Käufe, die nicht von Emotionen getrieben sind. Wie zuvor hat das makroökonomische Umfeld keinen Einfluss auf die Stimmung der Händler oder die Kursbewegungen des Paares. Am Freitag wurden mindestens zwei durchweg katastrophale Berichte zum US-BIP und zu den Auftragseingängen für langlebige Güter veröffentlicht, doch selbst diese konnten die positive Stimmung gegenüber dem US-Dollar nicht trüben. Wie in allen vorherigen Fällen wurden die negativen Daten für die amerikanische Währung vom Markt schlicht ignoriert. Infolgedessen setzte sich der Rückgang des EUR/USD-Paares fort, ausgelöst durch den Krieg im Nahen Osten. Übrigens wurde in der Nacht bekannt, dass Jemen möglicherweise die Straße von Bab al-Mandab schließen könnte, was die weltweite Lage auf den Öl- und Gasmärkten mit Sicherheit nicht verbessern würde.

Im 5-Minuten-Chart wurde das erste Handelssignal in der Nacht auf Freitag gebildet. Das Paar prallte vom Bereich 1,1527–1,1531 ab (in der Abbildung deutlich zu erkennen), fiel anschließend in den Bereich 1,1455–1,1474 und sogar noch tiefer. Während der US-Handelssession geriet der Dollar jedoch vorübergehend unter Druck, was zur Bildung eines Kaufsignals führte. Dieses Signal erwies sich als falsch. Kurz darauf setzte sich der Rückgang des Euro fort und generierte ein weiteres Verkaufssignal, das – wie das erste – Anfängern die Möglichkeit gab, einen Gewinn zu erzielen; das nächste Ziel bei 1,1413 wurde erreicht.
Im Stunden-Chart setzt sich der Abwärtstrend aufgrund des Krieges im Nahen Osten fort. Zu Beginn des Jahres 2026 hat sich der langfristige Aufwärtstrend erholt, weshalb wir mit einem neuen mittelfristigen Anstieg des Euro rechnen. Der fundamentale Hintergrund bleibt für die amerikanische Währung sehr schwierig, was durch Berichte zum Arbeitsmarkt, zum BIP und zur Arbeitslosigkeit belegt wird. Für den Markt steht derzeit jedoch nicht die Wirtschaft, sondern die Geopolitik im Vordergrund.
Am Montag können Anfänger neue Short-Positionen in Betracht ziehen, falls der Kurs vom Bereich 1,1455–1,1474 nach unten abprallt, mit Zielen bei 1,1413 sowie 1,1354–1,1363. Konsolidiert sich der Preis oberhalb des Bereichs 1,1455–1,1474, können Long-Positionen mit Zielen im Bereich 1,1527–1,1531 eröffnet werden.
Im 5-Minuten-Chart empfiehlt es sich, die folgenden Niveaus zu berücksichtigen: 1,1267–1,1292, 1,1354–1,1363, 1,1413, 1,1455–1,1474, 1,1527–1,1531, 1,1584–1,1591, 1,1655–1,1666, 1,1745–1,1754, 1,1830–1,1837, 1,1899–1,1908. Am Montag wird nur ein Bericht veröffentlicht: die Daten zur Industrieproduktion in Deutschland. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass der Markt diesem Bericht besondere Beachtung schenkt.
Unterstützungs- und Widerstandsniveaus sind Preiszonen, die als Ziele beim Eröffnen von Kauf- oder Verkaufstrades dienen. Take-Profit-Marken können in deren Nähe platziert werden.
Rote Linien stellen Kanäle oder Trendlinien dar, die den aktuellen Trend anzeigen und die Richtung vorgeben, in die es derzeit vorzugsweise zu handeln gilt.
Der MACD-Indikator (14,22,3) – Histogramm und Signallinie – ist ein unterstützender Indikator, der ebenfalls als Signalquelle genutzt werden kann.
Wichtige Reden und Berichte (immer im Wirtschaftskalender aufgeführt) können die Bewegung eines Währungspaares erheblich beeinflussen. Daher sollte während ihrer Veröffentlichung mit äußerster Vorsicht gehandelt werden, oder man verlässt den Markt, um plötzliche Kursumkehrungen gegen die vorangegangene Bewegung zu vermeiden.
Anfänger im Forex-Markt sollten bedenken, dass nicht jeder Trade profitabel sein kann. Die Entwicklung einer klaren Strategie und eines effektiven Money-Managements ist der Schlüssel zu langfristigem Handelserfolg.
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