Im Stundenchart vollzog das Währungspaar GBP/USD am Montag eine scharfe Umkehr zugunsten des Pfunds und stieg in Richtung des Widerstandsbereichs bei 1,3437–1,3465. Ein Abprall von dieser Zone würde es Tradern ermöglichen, mit einer Umkehr zugunsten des US-Dollar und einem Rückgang in Richtung der Unterstützungszone bei 1,3341–1,3352 zu rechnen. Ein Ausbruch und eine anschließende Konsolidierung oberhalb des Bereichs von 1,3437–1,3465 würden die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Anstiegs in Richtung 1,3526–1,3539 erhöhen.
Die Wellenkonstellation beginnt sich in eine „bullische“ Richtung zu verändern. Die letzte abgeschlossene Abwärtswelle hat das vorherige Tief nicht unterschritten, während die letzte Aufwärtswelle das vorherige Hoch nur um wenige Punkte übertroffen hat. Der Nachrichtenhintergrund für das Pfund war in den vergangenen Monaten schwach, während die Geopolitik den Bären am Markt einen klaren Vorteil verschafft hat. Der Krieg im Iran bleibt der Hauptgrund für die Stärke des US-Dollar, doch in dieser Woche hat sich der geopolitische Hintergrund zu wandeln begonnen.
Am Montag gab es keinen nennenswerten Nachrichtenfluss; eine Rede von Donald Trump ermöglichte es den Bullen jedoch, in die Offensive zu gehen. Im Moment kann ich nicht sagen, dass der Vormarsch der Bullen stark und überzeugend ist, da die geopolitische Lage in der vergangenen Woche ausgesprochen instabil war. Die Situation im Nahen Osten kann sich jederzeit in jede Richtung verschieben. Es ist möglich, dass in dieser Woche direkte Verhandlungen zwischen Teheran und Washington zur Beilegung des militärischen Konflikts beginnen, aber ebenso möglich ist es, dass Gespräche scheitern, bevor sie überhaupt aufgenommen werden. Es gibt keine Garantie, dass der Iran ein weiteres Paket an Ultimaten von Donald Trump akzeptieren wird, und Trumps Wunsch, den Krieg zu beenden, ist zunächst nur der Wille des US-Präsidenten. Teheran könnte sich dem widersetzen. Selbst wenn der Beschuss in der Region eingestellt wird, bedeutet das nicht, dass die Straße von Hormus sofort wieder geöffnet wird, Öl auf die Weltmärkte fließen und die Preise fallen. Viele Ölraffinerien und Gasanlagen in der Region wurden außer Betrieb gesetzt, und ihre Wiederherstellung wird viele Monate in Anspruch nehmen. Daher können Händler in naher Zukunft bestenfalls auf einen Waffenstillstand beider Seiten hoffen. Das wäre für die Märkte bereits positiv und für den Dollar negativ, dennoch würde ich vorerst nicht mit einem kräftigen Anstieg des Pfunds rechnen.

Im 4‑Stunden‑Chart hat sich das Währungspaar oberhalb des fallenden Trendkanals stabilisiert, was vorerst jedoch noch wenig aussagekräftig ist. Der „bärische“ Trend könnte zwar beendet sein, aber eine neue Eskalation im Nahen Osten könnte zu einem erneuten Abwärtsimpuls in Richtung des 38,2 %-Retracement-Levels bei 1,3145 führen. Eine Konsolidierung oberhalb der Zone von 1,3369–1,3391 ermöglicht es Tradern hingegen, auf eine Fortsetzung des Aufwärtsimpulses in Richtung des 0,0 %-Retracement-Levels bei 1,3786 zu hoffen. Aktuell sind auf keinem der Indikatoren frische Divergenzen zu erkennen.
Commitments of Traders (COT) Report:

Die Stimmung der Händlerkategorie „Non-commercial“ ist in der letzten Berichtswoche etwas weniger bärisch geworden, obwohl die Bären insgesamt weiterhin klar die Initiative behalten. Die Zahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen verringerte sich um 4.977, während die Short-Positionen um 23.659 zurückgingen. Die Lücke zwischen Long- und Short-Positionen beträgt nun effektiv: 44.000 vs. 110.000. In den vergangenen Wochen dominierten die Bären, was angesichts der geopolitischen Lage nicht überraschen dürfte. Ich glaube weiterhin nicht an einen langfristigen Abwärtstrend für das Pfund, doch hängt nun alles nicht mehr von Konjunkturdaten, Trumps Handelspolitik oder der Geldpolitik der Zentralbanken ab, sondern von Dauer, Ausmaß und Folgen des Kriegs im Nahen Osten.
Im vergangenen Jahr wirkte das Pfund im Vergleich zum Dollar wie eine sicherere Währung – stabiler und mit einem klareren wirtschaftlichen Ausblick. In den letzten Monaten begann jedoch zunächst eine Korrektur bei weiterhin intaktem Aufwärtstrend, und anschließend spitzte sich der Konflikt im Nahen Osten nahezu täglich weiter zu. Geopolitik bleibt der einzige Grund für die Stärke der US-Währung.
Wirtschaftskalender für die USA und Großbritannien:
Am 24. März enthält der Wirtschaftskalender mehrere wichtige Veröffentlichungen. Der Einfluss des Nachrichtenumfelds auf die Marktstimmung dürfte am Dienstag jedoch gering bleiben, sofern Trump keine weiteren bedeutenden Erklärungen abgibt.
GBP/USD-Prognose und Handelsempfehlungen:
Verkäufe des Währungspaares sind heute möglich, falls es auf dem Stundenchart im Bereich 1,3437–1,3465 zu einem Abprall kommt, mit Kurszielen bei 1,3341–1,3352 und 1,3214. Käufe werden möglich, wenn der Kurs oberhalb der Zone 1,3437–1,3465 schließt, mit einem Zielbereich von 1,3526–1,3539.
Die Fibonacci-Niveaus werden im Stundenchart von 1,3341–1,3866 und im 4-Stunden-Chart von 1,2104–1,3786 aus gemessen.
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