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EUR/USD Analyse – 4. Mai: Geopolitische Entwicklungen haben nur begrenzten Einfluss auf den Dollar
13:24 2026-05-04 UTC--4

Das Wellenmuster im 4-Stunden-Chart für EUR/USD hat sich verändert. Vom Abbruch des seit Januar letzten Jahres laufenden Aufwärtstrendsegments (im unteren Chart dargestellt) kann zwar noch keine Rede sein, doch wirkt die Wellenstruktur dieses Trends inzwischen recht uneindeutig. In solchen Situationen empfehle ich immer, auf einen kleineren Zeitrahmen (oberer Chart) zu wechseln und die einfachsten und kleinsten Wellenstrukturen zu analysieren, um eine kurzfristige Prognose zu erstellen, die für das Eröffnen von Trades ausreicht. Wellenstrukturen können sehr komplex sein und mehrere Szenarien zulassen. Am einfachsten ist es, sich beim Trading an den standardmäßigen „fünf-drei“-Mustern zu orientieren.

Im obenstehenden Chart kann ich eine klassische fünfteilige Impulsstruktur mit verlängerter dritter Welle erkennen. Nach Abschluss dieser Struktur begann eine Korrekturformation aus mindestens drei Wellen. Drei Wellen haben wir bereits gesehen, daher dürfte der Markt in naher Zukunft mindestens eine weitere abwärts gerichtete Korrekturwelle ausbilden. Wie sich die Ereignisse anschließend entwickeln, hängt von der Geopolitik ab: Entweder wird die Aufwärtsstruktur komplexer, oder es beginnt ein neues Abwärtstrendsegment.

Der EUR/USD-Kurs ist am Montag um 10 Basispunkte gefallen, trotz recht hoher Volatilität im Tagesverlauf. Insgesamt bleibt die Marktaktivität – selbst an einem Montag und trotz geopolitischer Nachrichten – vergleichsweise niedrig. Generell würde ich nicht sagen, dass schwache Bewegungen zwangsläufig etwas Negatives sind; im Gegenteil, sie können sogar leichter zu handeln sein. Derzeit bildet das Instrument weiterhin eine Abwärtswelle aus, und alles deutet darauf hin, dass wir eine Komplexitätserweiterung der Aufwärtsstruktur sehen könnten. Diese Schlussfolgerung stützt sich auf mehrere Faktoren.

Erstens werden in dieser Woche wichtige Daten zum US-Arbeitsmarkt und zur Arbeitslosigkeit veröffentlicht, und solche Daten bergen stets ein erhöhtes Risiko für den Dollar. Zweitens endete die vergangene Woche mit einem weiteren diplomatischen Misserfolg Teherans, und die neue Woche begann mit erneut steigenden Spannungen in der Straße von Hormus, einschließlich eines Angriffs auf einen US-Zerstörer. Den Berichten zufolge war der Schaden nicht gravierend, aber Washington könnte nun mit einem Schlag gegen den Iran reagieren, wodurch die ohnehin begrenzten diplomatischen Bemühungen der vergangenen Wochen zunichtegemacht würden. Trotz all dieser negativen Entwicklungen ging die Nachfrage nach dem US-Dollar jedoch nur leicht zurück. In der vergangenen Woche führte ein gescheiterter Versuch, die Marke von 1,1665 nach unten zu durchbrechen, zu einer Erholung von den Tiefs, und bislang hat der Markt keinen erneuten Versuch unternommen, darunter zu fallen. Daher gehe ich davon aus, dass die Abwärtswellenformation abgeschlossen sein könnte und wir eine neue Aufwärtsbewegung sehen könnten, die auf Niveaus oberhalb des Hochs der Welle C abzielt – näher an den Bereich von 1,19. Eine entscheidende Voraussetzung für dieses Szenario ist das Ausbleiben einer weiteren Eskalation im Nahen Osten.

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Allgemeine Schlussfolgerungen

Auf Basis der Analyse von EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass sich das Instrument weiterhin in einem Aufwärtstrendsegment (unterer Chart) befindet, sich kurzfristig jedoch in einer Korrekturstruktur bewegt. Die Korrekturwellenformation wirkt abgeschlossen und könnte sich nur dann weiter verkomplizieren und ausdehnen, wenn sich die geopolitische Lage im Nahen Osten in dieser Woche nicht verschlechtert. Andernfalls könnte sich von den aktuellen Niveaus aus ein neues Abwärtstrendsegment entwickeln. Da wir bereits eine Korrekturwelle gesehen haben, erwarte ich von den aktuellen Niveaus aus eine neue Aufwärtsbewegung mit Zielbereichen um die Marke von 1,19.

In einem kleineren Zeitrahmen ist das gesamte Aufwärtstrendsegment sichtbar. Die Wellenstruktur ist nicht völlig standardisiert, da die Korrekturwellen in ihrer Größe variieren. So ist beispielsweise die Welle 2 höheren Grades kleiner als die interne Welle 2 innerhalb der Welle 3. Dennoch kommen solche Fälle vor. Ich möchte betonen, dass es besser ist, auf den Charts klare Strukturen zu identifizieren, anstatt starr an der exakten Kennzeichnung jeder Welle festzuhalten. Die jüngsten Wellen lassen sich nur schwer eindeutig bestimmen, weshalb ich mich in meiner Analyse stärker auf den höheren Zeitrahmen stütze.

Grundprinzipien meiner Analyse:

  1. Wellenstrukturen sollten einfach und klar sein. Komplexe Strukturen sind schwer zu handeln und ändern sich häufig.
  2. Wenn keine Klarheit über die Marktsituation besteht, ist es besser, an der Seitenlinie zu bleiben.
  3. Es gibt niemals 100%ige Sicherheit hinsichtlich der Marktrichtung – verwenden Sie immer schützende Stop-Loss-Orders.
  4. Wellenanalyse kann mit anderen Analyseformen und Handelsstrategien kombiniert werden.

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