Analytical Reviews

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EUR/USD Analyse und Prognose – 1. Juni: Zentrale Markt­herausforderungen bleiben unverändert
05:42 2026-06-01 UTC--4

Am Freitag prallte das Währungspaar EUR/USD vom 50,0%-Fibonacci-Retracement bei 1,1630 nach oben ab, stieg in Richtung des 38,2%-Fibonacci-Niveaus bei 1,1682, prallte von dort zurück und drehte zugunsten des US-Dollars. Infolgedessen könnte die neue Woche mit einem Rückgang in Richtung der Marke von 1,1630 beginnen. Ein erneuter Aufprall auf dieses Niveau würde den Euro begünstigen und eine Wiederaufnahme des Aufwärtsimpulses in Richtung 1,1682 und 1,1746 unterstützen. Eine Konsolidierung unterhalb von 1,1630 würde es den Tradern ermöglichen, mit einer Fortsetzung des Rückgangs in Richtung des 61,8%-Fibonacci-Retracements bei 1,1578 zu rechnen.

Die Wellenstruktur im Stundenchart bleibt derzeit überschaubar. Die letzte abgeschlossene Abwärtswelle hat das vorherige Tief nicht unterschritten, während die neue Aufwärtswelle das vorherige Hoch übertroffen hat. Damit hat sich der Trend auf bullisch gedreht. Die Bullen können ihren Vorstoß jedoch nur fortsetzen, wenn Iran und die Vereinigten Staaten ein Interimsabkommen unterzeichnen, die Verstöße gegen die Waffenstillstandsbedingungen einstellen und die Straße von Hormus in naher Zukunft wieder geöffnet wird.

Der Nachrichtenhintergrund war am Freitag nicht völlig ereignislos, doch der Markt hat erneut deutlich gemacht, dass er an routinemäßigen Konjunkturdaten wenig Interesse hat. Die wichtigste Veröffentlichung, der Inflationsbericht Deutschlands, überraschte die Märkte mit einem Wert von 2,6 % gegenüber den erwarteten 2,9 % im Jahresvergleich. Damit verlangsamt sich die Inflation in Deutschland trotz des starken Anstiegs der Energiepreise infolge des Konflikts im Nahen Osten – ebenso wie im Vereinigten Königreich.

Natürlich begründet ein einzelner Monat noch keinen Trend. Der Preisdruck könnte bis zum Jahresende anhalten, und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus sowie das Ende des Konflikts werden die Preise nicht innerhalb weniger Wochen wieder auf das Niveau vom Januar zurückführen. Dennoch ist der Rückgang der deutschen Inflation zweifellos ein negativer Faktor für den Euro, da die Europäische Zentralbank bei ihrer Juni-Sitzung beginnen könnte, die Notwendigkeit einer weiteren Straffung der Geldpolitik zu hinterfragen.

Der anstehende Inflationsbericht für die Eurozone, der später in dieser Woche veröffentlicht wird, dürfte für mehr Klarheit sorgen. Sollte die Inflation in ganz Europa weiter anziehen, könnte die EZB im Juni zu einer Zinserhöhung schreiten. Ein solches Szenario würde sowohl den Euro als auch die bullische Marktstimmung stützen.

Im 4-Stunden-Chart handelt das Währungspaar weiterhin in einer Spanne zwischen dem 23,6%-Fibonacci-Retracement bei 1,1569 und dem 38,2%-Retracement bei 1,1667. Der Markt eilt nicht, neue Positionen zu eröffnen oder Schlussfolgerungen zu ziehen. Derzeit empfehle ich, sich in erster Linie auf den Stunden-Chart zu konzentrieren, da die Kursbewegungen in den letzten Wochen relativ verhalten geblieben sind. Auf keinem Indikator sind derzeit aufkommende Divergenzen zu beobachten.

Commitments of Traders (COT) Report:

In der jüngsten Berichts­woche schlossen professionelle Händler 10.196 Long-Positionen und 6.109 Short-Positionen. Innerhalb von sieben Wochen im Februar und März verschwand der überwältigende Vorteil der Bullen aufgrund des Krieges im Iran, während sich die Lage in den vergangenen neun Wochen mit der Aussetzung der Kampfhandlungen im Nahen Osten stabilisiert hat. Die Gesamtzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen beläuft sich derzeit auf 223.000, verglichen mit 193.000 Short-Positionen. Der Abstand vergrößert sich damit erneut zugunsten des Euro.

Insgesamt betrachten die großen Marktteilnehmer den Euro aus langfristiger Perspektive weiterhin positiv. Selbstverständlich beeinflussen verschiedene globale Ereignisse – an denen es in den vergangenen Jahren keinen Mangel gab – weiterhin die Anlegerstimmung. Insbesondere bleibt der Fokus der Märkte auf dem Nahen Osten, wo der Konflikt lediglich unterbrochen, aber nicht gelöst wurde. Daher dürften Euro und US-Dollar kurzfristig weniger von der Geldpolitik der Federal Reserve oder der EZB und auch nicht von Konjunkturdaten, sondern vor allem von den Entwicklungen im Iran getrieben werden.

Konjunkturkalender für die Vereinigten Staaten und die Eurozone:

  • Deutschland – Einzelhandelsumsätze (06:00 UTC).
  • Eurozone – Arbeitslosenquote (09:00 UTC).
  • Vereinigte Staaten – ISM Manufacturing PMI (14:00 UTC).

Der Wirtschaftskalender für den 1. Juni umfasst drei Termine, wobei der ISM-Index als der wichtigste hervorsticht. Das konjunkturelle Umfeld könnte die Marktstimmung in der zweiten Hälfte der Handelssitzung am Montag beeinflussen.

EUR/USD-Prognose und Trading-Tipps:

Short-Positionen könnten nach einem Rückprall vom Niveau bei 1,1682 im Stundenchart eröffnet werden, mit Kurszielen bei 1,1630 und 1,1578. Diese Positionen können heute offen bleiben. Long-Positionen kommen nach einem Schlusskurs über und anschließendem Rückprall vom Niveau bei 1,1630 in Betracht, mit Zielen bei 1,1682 und 1,1745. Das erste Kursziel wurde bereits erreicht. Neue Long-Positionen können entweder bei einem Rückprall vom Niveau bei 1,1630 oder nach einem Schlusskurs über 1,1682 in Erwägung gezogen werden.

Die Fibonacci-Retracement-Level sind im Stundenchart von 1,1409 bis 1,1850 und im 4-Stunden-Chart von 1,2081 bis 1,1411 eingezeichnet.

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