Analytical Reviews

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Bank of England und Inflation: Eine verborgene Gefahr
18:49 2026-06-09 UTC--4

Nächste Woche hält die Bank of England ihre nächste Sitzung ab, und die aktuellen Markterwartungen gehen davon aus, dass der Leitzins unverändert bleibt. Der zentrale begrenzende Faktor für die Notenbank ist dabei weniger das moderate Wachstum der Inflation als vielmehr die schnelle Verschlechterung der wirtschaftlichen Kennzahlen.

Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für Mai weist nach einem kräftigen Anstieg im April auf eine deutliche Abschwächung der wirtschaftlichen Aktivität hin. Besonders aussagekräftig ist der starke Rückgang im Dienstleistungssektor – der ausgeprägteste der letzten vier Jahre. Im Gegensatz dazu zeigt sich der Industriesektor derzeit stabil, mit einem anhaltenden Wachstum von Produktion und Aufträgen. Die Einzelhandelsumsätze im April spiegelten eine Verschlechterung der Verbraucherstimmung wider und verzeichneten den stärksten monatlichen Rückgang seit einem Jahr. Im April beschleunigte sich der Arbeitsplatzabbau (-100.000), und die Arbeitslosenquote stieg auf 5,0 %.

All diese Datenpunkte sind durchaus beunruhigend und schränken die Fähigkeit der BoE ein, die Leitzinsen anzupassen. Zwar fiel die Inflation im April niedriger aus als erwartet (die Kerninflation ging weiter zurück, und die Auswirkungen der Energiepreise haben sich noch nicht vollständig entfaltet), doch die Lage könnte sich ändern. Die Erzeugerpreise verzeichnen bereits in beiden Sektoren – Industrie und Dienstleistungen – ein starkes Wachstum. Dieses Wachstum übertrifft die Werte in der Eurozone deutlich und schafft die Grundlage dafür, dass es sich in naher Zukunft in den Verbraucherpreisen niederschlagen dürfte.

Trotz der kontinuierlichen Forderungen nach einer Zinserhöhung bleibt BoE-Gouverneur Andrew Bailey in seiner Rhetorik vorsichtig. Er räumt die Möglichkeit ein, dass das Inflationsziel überschritten wird, und verweist dabei auf die Unsicherheit über die Auswirkungen des Krieges im Iran auf die Wirtschaft sowie auf das schwache Wachstumstempo.

Insgesamt stellt sich die Situation als komplex dar. Die BoE muss die Notwendigkeit, die Inflation zu bekämpfen, gegen das Risiko abwägen, den sich abzeichnenden wirtschaftlichen Abschwung zu verschärfen. Nächste Woche dürfte sich vieles klären, da vor der BoE-Sitzung nacheinander Berichte zur Industrieproduktion, zur Handelsbilanz, zur Verbraucherpreisinflation und zum Arbeitsmarkt veröffentlicht werden.

Vergleicht man die Risiken, denen die Europäische Zentralbank und die BoE ausgesetzt sind, so sind die Risiken für die BoE eindeutig größer, was darauf hindeutet, dass sich die Dynamik des Pfunds voraussichtlich schwächer entwickeln wird als die des Euro.

Die Netto-Short-Position im Pfund ist in der Berichtswoche auf -4,4 Milliarden zurückgegangen; der Vorteil der Bären bleibt stabil, doch der errechnete Preis signalisiert eine steigende Wahrscheinlichkeit einer technischen Gegenbewegung nach oben.

Zuvor hatten wir erwartet, dass das Währungspaar GBP/USD bis auf die Unterstützung bei 1,3299 fällt. Das Pfund blieb leicht unter dieser Marke, und nun hat sich die Wahrscheinlichkeit einer Aufwärtskorrektur erhöht; dennoch gibt es keine Gründe für einen nachhaltigen Anstieg. Der nächste Widerstand liegt im Bereich von 1,3440/50, wo erneute Verkäufe einsetzen könnten.

Fällt der US-Inflationsbericht am Mittwoch schwächer aus als erwartet, kann die Aufwärtsbewegung in Richtung 1,3508 anhalten. Langfristige Gründe für eine nachhaltige Trendwende nach oben sind jedoch nicht erkennbar, sodass nach Abschluss der Korrektur mit einem weiteren Abwärtsimpuls zu rechnen ist, der die Unterstützung im Bereich von 1,3299/3305 erneut testet bzw. unterschreitet.

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