Das Währungspaar EUR/USD zeigte am Dienstag keine nennenswerten Bewegungen. Im Grunde sollte die geringe Volatilität niemanden mehr überraschen, denn seit dem 4. August hat die tägliche Handelsspanne nur einmal 63 Pips überschritten und viermal 46 Pips erreicht. Infolgedessen dürften sich inzwischen alle an schwache Kursbewegungen gewöhnt haben. Am Dienstag gab es weder in der Eurozone noch in den USA wichtige fundamentale oder makroökonomische Ereignisse. Daher hatten die Händler den ganzen Tag über nichts, worauf sie reagieren konnten.
Unterdessen sind aus dem Nahen Osten sehr interessante Informationen aufgekommen, die der Markt derzeit ignoriert. Laut Al Arabiya sind die USA bereit, die wirtschaftliche Blockade gegen den Iran aufzuheben, wenn im Gegenzug die Straße von Hormus wieder geöffnet wird. Es ist schwer zu sagen, wie zuverlässig diese Informationen sind, da sich US-Beamte in den letzten Tagen darauf konzentriert haben, neue Maßnahmen gegen den Iran anzukündigen. Trump plant, dass alle Länder, die Geschäfte mit dem Iran machen, diese einstellen sollen, was zu einer vollständigen wirtschaftlichen Isolation Teherans und letztlich zu dessen Kapitulation führen würde. Unserer Ansicht nach wird keines der mit dem Iran verbündeten Länder mit den USA kooperieren, aber wie es so schön heißt: Träumen kostet nichts.
Trump ist sich offensichtlich darüber im Klaren, dass China den Kauf von iranischem Öl kaum einstellen wird, nur weil Washington den Iran unter Druck setzen möchte und er einen weiteren Sieg verkünden will. Daher versucht das Weiße Haus, verschiedene Sanktionen gegen jene Staaten zu verhängen, die die wirtschaftliche Blockade des Iran nicht unterstützen und ihn weiterhin finanzieren. Wiederum fällt es schwer zu glauben, dass Washington einen neuen Konflikt mit Peking riskieren würde; allerdings ist Trump alles zuzutrauen.
Zurückkommend auf die Informationen von Al Arabiya lässt sich durchaus annehmen, dass diese zutreffen. Dies entspricht Trumps Vorgehensweise: erst drohen, dann Flexibilität zeigen und Zugeständnisse machen. Zunächst neue Schläge gegen den Iran ankündigen und anschließend mitteilen, dass Partner den amerikanischen Präsidenten davon überzeugt hätten, dies nicht zu tun. So könnte Washington tatsächlich bereit sein, die wirtschaftliche Isolation im Gegenzug für die Wiederöffnung der Straße von Hormus aufzuheben. Doch wird diese Regelung für den Iran akzeptabel sein? Wir glauben nicht. Für den Iran bleibt die Straße von Hormus ein zentrales Druckmittel nicht nur gegen Trump, sondern gegen die gesamte Welt. Dank dieses Hebels kann Teheran Trump besiegen und seinen Einfluss auf staatliche Entscheidungen erheblich schwächen. Die Kongresswahlen stehen bevor, und mit den aktuellen Zustimmungswerten ist Trump praktisch zum Verlieren verurteilt. Sollte er verlieren, könnte er nicht mehr eigenmächtig über Sanktionen und Militärschläge gegen den Iran entscheiden. Daher ergibt es für Teheran keinen Sinn, die Straße von Hormus zu öffnen. Sollte Washington tatsächlich an der wirtschaftlichen Isolation festhalten, könnte der Iran durchaus auch die Meerenge Bab al-Mandab schließen und damit den Druck auf die Energiemärkte und die amerikanische Wählerschaft weiter erhöhen.

Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares EUR/USD in den letzten 5 Handelstagen betrug zum 25. August 51 Pips und wird als „mittel-niedrig“ eingestuft. Wir erwarten, dass sich das Paar am Mittwoch innerhalb der durch die Marken 1,1620 und 1,1722 begrenzten Spanne bewegt. Der obere lineare Regressionskanal ist abwärtsgerichtet, was auf die Fortsetzung des Abwärtstrends hindeutet; allerdings hat sich der Trend bereits geändert. Der CCI-Indikator ist erneut in den überkauften Bereich eingetreten und warnt damit vor einer möglichen neuen Abwärtskorrektur.
S1 – 1,1658
S2 – 1,1597
S3 – 1,1536
R1 – 1,1719
R2 – 1,1780
R3 – 1,1841
Das Paar EUR/USD setzt seinen Aufwärtstrend im 4-Stunden-Chart fort, was auf den Beginn einer neuen Phase des übergeordneten Aufwärtstrends in höheren Zeiteinheiten hindeuten könnte. Das globale fundamentale Umfeld für den Dollar bleibt negativ, doch im Jahr 2026 sorgten geopolitische Faktoren, gefolgt von einer restriktiven Haltung der Federal Reserve, für spürbare Unterstützung der US-Währung. Derzeit stützen diese Faktoren den Dollar jedoch nicht mehr. Befindet sich der Kurs unter dem gleitenden Durchschnitt, können im Rahmen von Korrekturen Short-Positionen mit einem Ziel bei 1,1597 in Betracht gezogen werden. Long-Positionen bleiben oberhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts relevant, mit Kurszielen bei 1,1719 und 1,1722.
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