Das Wellenmuster im 4-Stunden-Chart von EUR/USD wird zunehmend komplexer. Vom Abbruch des im Januar letzten Jahres begonnenen Aufwärtstrendsegments (unterer Chart) kann nach wie vor keine Rede sein. Im Gegenteil: Wir haben eine vollständige A-B-C-Korrekturstruktur gesehen, die höchstwahrscheinlich bereits abgeschlossen ist. Eine überzeugende Welle 5 von C haben wir nie gesehen. Diese Welle nahm eine verkürzte Form an, was ebenfalls von Zeit zu Zeit vorkommt. Zur Erinnerung: Klassische Wellenstrukturen finden sich im Grunde nur in Lehrbüchern. Unter realen Marktbedingungen sollten Trader und Analysten in ihrer Analyse flexibler sein.
Leider kann sich die Wellenstruktur derzeit erneut verkomplizieren. Welle C könnte eine dreiwellige Form annehmen, die darauf folgende Welle würde dann als Welle D identifiziert werden, und das gesamte Trendsegment, das am 27. Januar begonnen hat, würde eine fünfwellige Korrekturform A-B-C-D-E annehmen. Trifft diese Annahme zu, wird Welle D ebenfalls eine dreiwellige Struktur ausbilden, und am 21. August ist EUR/USD in die Phase der Bildung von Welle E eingetreten, deren Tief unter dem Tief von Welle C bei 1,1325 liegen sollte. Gleichzeitig ist dieses Szenario jedoch ein alternatives. Auf Grundlage des fundamentalen Hintergrunds neige ich eher dazu, mit der Ausbildung einer globalen Aufwärtswelle zu rechnen.
Der Euro lässt sich Zeit.
Das Währungspaar EUR/USD blieb den gesamten Dienstag über unverändert, auch wenn – wie immer – bis zum Tagesende noch kleinere Kursbewegungen möglich sind. In dieser Einschätzung hätte ich gerne etwas zu wichtigen Nachrichten oder Veröffentlichungen geschrieben, aber es gab heute schlicht keine. Der Markt bewegt sich weiterhin in einem Modus niedriger Aktivität, und aktuell passiert nichts besonders Bedeutendes. Erneut ist festzuhalten, dass die wichtigsten Ereignisse dieser Woche für Donnerstag und Freitag angesetzt sind.
Es könnte den Anschein haben, dass es am Donnerstag und Freitag zu einer deutlichen Belebung der Marktaktivität kommt. Meiner Ansicht nach könnte der Markt jedoch auch nach der aktuellen Konsolidierungsphase relativ träge bleiben. Betrachten wir die Situation: Die geldpolitische Straffung der EZB am Donnerstag wird keine Überraschung sein. Sicherlich kann man eine Stärkung des Euro erwarten, da die EZB die Zinsen in diesem Jahr zum zweiten Mal anheben wird – im Gegensatz zur Fed, die sich bislang nur auf eine restriktivere Politik vorbereitet. Ob sie diese tatsächlich umsetzt, bleibt unklar. Ich bin weiterhin der Meinung, dass die Fed Maßnahmen so lange wie möglich hinauszögern wird. Die Haltung des FOMC vor der Septembersitzung lässt sich weder als restriktiv noch als entschlossen bezeichnen. Daher schätze ich die tatsächliche Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September auf nicht mehr als 10–20 %. Natürlich kann ich mich irren, aber ich sehe nach wie vor keine Anzeichen für eine unmittelbar bevorstehende geldpolitische Straffung. Auf dieser Grundlage könnte der Euro seine Position in dieser Woche deutlich stärken, doch die Marktteilnehmer selbst haben es nicht eilig zu handeln. Der Markt verharrt nun bereits den dritten Tag in Folge in einer Seitwärtsbewegung.
Allgemeine Schlussfolgerungen
Auf Basis meiner Analyse zu EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass das Paar sich weiterhin in einem lokalen Aufwärtstrendsegment im Rahmen der ersten Welle eines neuen globalen Aufwärtstrendsegments befindet. Es muss jedoch eingeräumt werden, dass das Trendsegment, das im Januar dieses Jahres begonnen hat, die Form A-B-C-D-E annehmen könnte. Trifft diese Annahme zu, wird der Preisrückgang wieder aufgenommen, mit Zielen unterhalb des Tiefs der Welle C bei 1,1325. Dieses Szenario betrachte ich jedoch als alternativ. Ich gehe davon aus, dass im Juni die Bildung eines neuen Aufwärtstrendsegments begonnen hat, das den Euro zurück an die Marke 20 führen und deutlich darüber hinaustragen wird.
Auf dem höheren Zeitrahmen ist ein Aufwärtstrendsegment zu erkennen, dem die Ausbildung einer A-B-C-Korrekturstruktur folgte. Diese Struktur kann eine fünfwellige Form annehmen, wird von mir derzeit jedoch als abgeschlossen betrachtet. Ist dies der Fall, hat die Bildung eines neuen impulsiven Aufwärtstrendsegments begonnen.
Die Hauptprinzipien meiner Analyse:
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