XAU/USD: Die aktuelle Korrektur könnte eine Gelegenheit für langfristige Einstiege bieten, jedoch erst nach klaren Stabilisierungssignalen und dem Auftreten eines erneuten Aufwärtsmomentums
Hohe Volatilität bleibt ein prägendes Merkmal der Märkte. Ein anschauliches Beispiel ist die Preisbewegung in Gold am Donnerstag und Freitag.
Der Goldmarkt erlebte eine der dramatischsten Episoden seiner jüngeren Geschichte in ein paar Handelstagen im Januar. Innerhalb weniger Stunden am letzten Handelstag des Monats brach der Preis des Edelmetalls um mehr als 8% ein und fiel von einem Rekordhoch nahe 5.600,00 USD/oz auf unter 5.000,00. Diese atemberaubende Verkaufswelle — die schätzungsweise etwa 3,5 Billionen USD an Marktkapitalisierung vernichtete — wurde zu einem schweren Stresstest für den Aufwärtstrend, der Gold seinen stärksten monatlichen Zuwachs seit 1980 beschert hatte (nahezu +18%).
Warum stürzte Gold ab? Der scharfe Ausverkauf, bei dem XAU/USD innerhalb von zwei Tagen rund 13% verlor, war das Ergebnis eines perfekten Sturms, gebildet von drei Schlüsselfaktoren:
Technisches Bild

Nach dem starken Rückgang hat sich der kurzfristige technische Ausblick bärisch gewandelt.
Wichtige Unterstützung: Das psychologisch bedeutsame Niveau von 5000.00 stellt nun die erste Verteidigungslinie dar.
Widerstand: Der Bereich um den 50-Perioden-EMA auf dem 4-Stunden-Chart (5,075.00–5,100.00) dient nun als erste bedeutende Widerstandszone. Ein Rückkehr und Halten über dieser Zone ist erforderlich, um die Situation zu stabilisieren.

Indikatoren: Der RSI auf den 1-Stunden- und 4-Stunden-Charts ist auf 35–40 gefallen, was auf stark überverkaufte Bedingungen im kurzfristigen Bereich und einen Verlust an Aufwärtsmomentum im höheren Tageszeitraum hinweist. Allerdings bleibt der breitere langfristige Trend konstruktiv: Kürzere gleitende Durchschnitte (21 und 50) liegen weiterhin über den längeren (144 und 200).

Aussichten: Was kommt als Nächstes? Trotz der Schockkorrektur bleiben die fundamentalen Triebkräfte des Goldbullenmarktes intakt.
Unterstützende Faktoren
Einschränkende Faktoren
Mögliche Szenarien
Fazit
Der Goldverlust war eine starke – und vielleicht gesunde – korrektive Bewegung in einem überhitzten Markt. Er negiert nicht die langfristig bullischen Faktoren wie geopolitische Spannungen und wirtschaftliches Risiko, macht jedoch deutlich, dass der Weg nach oben nicht linear verlaufen wird und von der Fed-Politik sowie der Stärke des Dollars abhängen wird.
In den kommenden Wochen wird XAU/USD wahrscheinlich hoch volatil bleiben und zwischen der Unterstützung bei 5.000,00 und dem Widerstand um 5.200,00–5.300,00 schwanken. Investoren sollten die Entwicklungen rund um die Fed-Vorsitzenden-Nominierung, kommende US-Makrodaten (insbesondere Inflationszahlen) und etwaige neue geopolitische Ereignisse genau beobachten. Die derzeitige Korrektur könnte eine Gelegenheit bieten, langfristige Positionen aufzubauen – allerdings nur nach klaren Anzeichen für eine Stabilisierung und die Bildung einer neuen Aufwärtsdynamik.
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