Analytical Reviews

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EUR/USD: Können die Non-Farm-Daten für März angesichts geopolitischer Turbulenzen „vertraut“ werden?
18:51 2026-04-02 UTC--4

Die gesamte Aufmerksamkeit der EUR/USD-Händler gilt derzeit dem Konflikt im Nahen Osten. Lautstarke Aussagen von Trump und ebenso markige Verlautbarungen der iranischen Behörden haben einen starken Einfluss auf das Währungspaar. Am Mittwoch testeten die Käufer den Bereich um 1,1600, während sich am Donnerstag die Verkäufer den Grenzen des Kursniveaus von 1,1400 näherten. Makroökonomische Daten spielen dabei nur eine untergeordnete, unterstützende Rolle. So lieferte etwa der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe am Mittwoch zusätzliche Unterstützung für den Dollar, als er ein fast vierjähriges Hoch erreichte. Dennoch ergänzte diese Veröffentlichung lediglich das grundlegende Gesamtbild – der Haupttreiber bleibt die Geopolitik.

Es ist wichtig zu beachten, dass am Freitag, dem 3. April, in den USA die wichtigen Arbeitsmarktdaten für den März veröffentlicht werden. Es handelt sich um einen entscheidenden Bericht, der eine erhebliche Volatilität im Währungspaar EUR/USD auslösen könnte – insbesondere dann, wenn die tatsächlichen Ergebnisse deutlich von den Prognosen abweichen. In einem solchen Fall stellt sich die Frage, wie verlässlich die Non-Farms im Hinblick auf das Eröffnen von Long- bzw. Short-Positionen sind. Kann ein schwacher NFP-Report die geopolitische Agenda „überstimmen“?

Laut vorläufigen Prognosen dürfte die US-Arbeitslosenquote auf dem Februar-Niveau von 4,4 % verharren. Nach anderen Schätzungen soll die Arbeitslosenquote im März erneut steigen – diesmal auf 4,5 %. Gleichzeitig wird erwartet, dass die Zahl der Beschäftigten im Nichtlandwirtschaftssektor im März nur um 56.000 zulegt. Ein derart schwaches Ergebnis könnte vor dem Hintergrund der schwachen Februar-Daten dennoch positiv für die US-Währung interpretiert werden. Zur Erinnerung: Die Zahl der Beschäftigten war damals um 90.000 gesunken, was größtenteils auf ungünstige Witterungsbedingungen zurückzuführen war.

Im Februar wurde die Neueinstellung durch starke Kälte behindert. Das wärmere Wetter im März hat insbesondere die Rückkehr von Arbeitsplätzen im Bausektor begünstigt. Außerdem befinden sich – anders als im Februar – die Beschäftigten im US-Gesundheitswesen nicht im Streik. Das Ende der Streiks im Gesundheitssektor, die den Februar-Bericht negativ beeinflusst hatten, könnte die Gesamtzahl der NFP um rund 30.000 erhöhen.

Der durchschnittliche Stundenlohn dürfte im Monatsvergleich nach einem Anstieg von 0,3 % im Vormonat nun um 0,4 % zulegen. Im Jahresvergleich wird ebenfalls eine Beschleunigung von 3,8 % auf 4,1 % erwartet. Formal könnte ein solches Ergebnis den Greenback stützen, doch wird hier vieles von der Dynamik der übrigen Komponenten des Berichts abhängen. Schließlich ist eine beschleunigte Lohnentwicklung bei gleichzeitig schwacher Beschäftigungsdynamik eines der Anzeichen für stagflationären Druck.

Im Fokus des Marktes wird jedoch in erster Linie die Beschäftigungsentwicklung stehen. Liegt der NFP-Wert im Rahmen der Prognosen (etwa bei 55.000–60.000), erhält die US-Währung lediglich eine geringe, eher im Hintergrund wirkende Unterstützung – verbunden mit der Einschätzung, dass der Rückgang im Februar tatsächlich auf außergewöhnliche Umstände zurückzuführen war. Der Markt würde ein solches Ergebnis als Zeichen einer Stabilisierung nach dem einmaligen Rückgang im Vormonat werten.

Fällt der Non-Farms-Wert hingegen deutlich besser aus als erwartet (also über 80.000), würde der Dollar spürbare Unterstützung erhalten, da ein solches Ergebnis eine Zinssenkung in naher Zukunft de facto von der Agenda nehmen würde.

Zeigt der Beschäftigungsindikator hingegen ein schwaches Ergebnis (also unter 40.000), könnte der Dollar kurzfristig erheblich unter Druck geraten und den Käufern von EUR/USD Raum für eine Aufwärtskorrektur eröffnen. In einem solchen Szenario würden die Rezessionsängste in Bezug auf die US-Wirtschaft zunehmen – mit allen entsprechenden Folgen. Neben der Überschriftzahl der NFP wird zudem die U-6-Arbeitslosenquote (breite Arbeitslosigkeit) von Bedeutung sein, die im Februar auf 7,9 % gefallen ist. Steigt sie gemeinsam mit der offiziellen Arbeitslosenquote an, wäre das ein Signal für eine Abkühlung am Arbeitsmarkt.

Unabhängig davon, wie die März-Non-Farms letztlich ausfallen, dürfte ihr Einfluss auf die EUR/USD-Dynamik jedoch eher von kurzer Dauer sein, da das übergeordnete Sentiment weiterhin von geopolitischen Faktoren bestimmt werden wird.

Ein Blick auf den Wochenchart von EUR/USD zeigt, dass Trader impulsiv und emotional auf Trumps widersprüchliche Aussagen reagieren, um anschließend immer wieder in den Bereich von 1,1500 zurückzukehren. Käufer schaffen es nicht, sich nachhaltig oberhalb des Ziels bei 1,1600 zu etablieren, während es Verkäufern ebenso wenig gelingt, sich unterhalb von 1,1500 festzusetzen. Sollte der NFP-Bericht also eine impulsive Kursbewegung in die eine oder andere Richtung auslösen, bietet es sich an, Positionen mit dem Ziel zu eröffnen, dass das Paar in den Bereich von 1,1500 zurückkehrt. Trotz ihrer Bedeutung werden die März-Non-Farms die geopolitische Agenda voraussichtlich nicht „überstimmen“, also keinen nachhaltigen Trend für das Paar vorgeben. Gleichzeitig sorgen die widersprüchlichen Signale aus der Geopolitik weiterhin dafür, dass das Paar in der Spanne um 1,1500 „eingefangen“ bleibt.

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