Der australische Dollar zeigte am Montag einen Aufwärtstrend gegenüber dem US-Dollar, nachdem er in der vergangenen Woche zwei Tage in Folge gefallen war. Die Bewegung des AUD/USD wird durch geopolitische Faktoren bestimmt: Der jüngste Rückgang hat sich vor dem Hintergrund veränderter Marktstimmungen in ein Wachstum verwandelt. Während am Freitag noch eine risikoaverse Stimmung überwog, nahm am Montag das Interesse der Marktteilnehmer an Risiko zu. Dennoch bleibt die Lage unsicher, sodass sowohl Käufe als auch Verkäufe von AUD/USD gleichermaßen riskant sind. Die Feder der Erwartungen ist so stark gespannt, dass sie sich zwangsläufig entladen wird – die einzige Frage ist, in welche Richtung: zugunsten der Käufer oder der Verkäufer des Aussie.
Die zentrale Frage, um die sich derzeit alles dreht, lautet: Werden sich die USA und Iran auf eine vorübergehende Waffenruhe einigen, oder wird sich die Lage im Nahen Osten weiter zuspitzen? Wie bekannt ist, hat der US-Präsident am Wochenende eine Frist für die Wiedereröffnung der Straße von Hormus gegenüber Iran gesetzt und mit Angriffen auf die Energieinfrastruktur gedroht. Dieses Ultimatum läuft nun am Dienstag, dem 7. April, aus (obwohl die „Stunde X“ zunächst für Montag angesetzt war). Gleichzeitig gibt es Berichte, dass die USA, Iran und Vermittler über einen 45-tägigen Waffenstillstand verhandeln, während dessen die Parteien eine endgültige Lösung des Konflikts ausarbeiten sollen.
Die künftige Entwicklung des Währungspaares AUD/USD hängt davon ab, welches Szenario eintritt. Kommt es zu einer Waffenruhe und einer Wiederaufnahme der Verhandlungen, rückt die Geopolitik in den Hintergrund. Die Risikoaversion am Markt dürfte nachlassen, sodass der australische Dollar gegenüber dem Greenback deutlich aufwerten könnte. In diesem Fall werden Trader die faktische Divergenz zwischen der Geldpolitik der RBA und der Fed wieder stärker berücksichtigen – ein Faktor, der dem Aussie zugutekommt.
Auch im aktuellen Umfeld bleibt dieser fundamentale Aspekt relevant. Zwar hat die Federal Reserve eine abwartende Haltung signalisiert (und Zinssenkungen im April und Juni de facto ausgeschlossen), einen Zinserhöhungsschritt aber nicht verworfen. Zudem hält die US-Notenbank an der Möglichkeit einer Zinssenkung bis zum Jahresende fest. Trotz des Konflikts im Nahen Osten und der daraus resultierenden Energiekrise blieb das aktualisierte Dot Plot für März unverändert – die Mehrheit der Ausschussmitglieder rechnet weiterhin mit einer Runde geldpolitischer Lockerung im Jahr 2026.
Die Reserve Bank of Australia wiederum hält an einem restriktiven Ton fest, selbst vor dem Hintergrund eines leichten Inflationsrückgangs im Februar. Die Mitglieder der RBA kamen zu dem nachvollziehbaren Schluss, dass der „Rücksetzer im Februar“ beim Verbraucherpreisindex im Wesentlichen auf einen ausgeprägten saisonalen Rückgang der Reisekosten sowie einen vorübergehenden Rückgang der Kraftstoffpreise zurückzuführen ist. Folglich dürfte die durchschnittliche monatliche Teuerungsrate im Quartalsverlauf trotz der leichten Verlangsamung im Februar über den Zielwerten der RBA liegen.
Mit anderen Worten: Blendet man den geopolitischen Faktor aus, fällt das fundamentale Gesamtbild für das Währungspaar AUD/USD eher zugunsten des Aussie aus. Sollte sich der Krieg im Nahen Osten jedoch auf eine neue Stufe hochschaukeln, würde die geldpolitische Divergenz zwischen Fed und RBA in den Hintergrund treten – der als sicher geltende US-Dollar wäre dann erneut stärker gefragt. Aus diesem Grund erscheinen Handelsentscheidungen im AUD/USD derzeit riskant: Die Waage kann jederzeit in die eine oder andere Richtung ausschlagen – mit allen entsprechenden Folgen.
Einige Experten gehen davon aus, dass Washington tatsächlich bereit ist, seine militärischen Aktivitäten im Nahen Osten zurückzufahren – allerdings nur unter der Bedingung, dass es „das Gesicht wahren“ kann. Die Frage ist, ob Iran ähnliche Ziele verfolgt. Die Spannung bleibt bestehen. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums erklärte, Teheran habe seine Antwort auf den US-Vorschlag zur Beendigung des Krieges vorbereitet, „die zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben wird“.
Bald wird sich zeigen, ob die Parteien tatsächlich bereit sind, in eine erste Phase der Konfliktlösung einzutreten oder ob all dies lediglich eine „Nebelkerze“ vor einer weiteren Eskalation ist. Die Wartezeit ist kurz: Am Dienstag, dem 7. April, wird Donald Trump entweder einen massiven Luftschlag gegen die iranische Energieinfrastruktur anordnen oder die Frist seines Ultimatums erneut verschieben. Alternativ könnten die Parteien tatsächlich einen 45-tägigen Waffenstillstand verkünden und damit die Ende Februar abgebrochenen Friedensverhandlungen faktisch neu starten.
Die Lage bleibt also weiterhin ungewiss – man könnte sagen: „am Limit“. Dennoch gibt es Anzeichen dafür, dass die Parteien in letzter Minute zu einer Einigung kommen könnten. Unter diesen Umständen wirken sowohl Long- als auch Short-Positionen im AUD/USD wenig verlässlich. Die Welt steht an der Schwelle bedeutender Entwicklungen. Ob diese eskalierend oder deeskalierend ausfallen, wird sich sehr bald zeigen.
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