Analytical Reviews

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EUR/USD – 17. Juli: Der Euro setzt seine Aufwärtsbewegung fort
05:06 2026-07-17 UTC--4

Das Währungspaar EUR/USD erholte sich am Donnerstag vom 50,0%-Fibonacci-Retracement bei 1,1472 und fiel anschließend in Richtung des 38,2%-Fibonacci-Levels bei 1,1438. Ein erneuter Aufprall von diesem Niveau würde heute den Euro begünstigen und auf eine Wiederaufnahme des Aufwärtstrends in Richtung der Marken von 1,1472 und 1,1507 auf Basis des aktualisierten Fibonacci-Retracement-Rasters hindeuten. Eine Konsolidierung unterhalb von 1,1438 würde hingegen den US-Dollar begünstigen und den Weg für einen weiteren Rückgang in Richtung des 23,6%-Fibonacci-Retracement-Levels bei 1,1395 freimachen.

Die Wellenstruktur im Stundenchart bleibt trotz des anhaltenden Aufwärtsschubs der Bullen bärisch. Die letzte abgeschlossene Abwärtswelle konnte das vorherige Tief nicht durchbrechen, während die jüngste Aufwärtswelle den vorherigen Hochpunkt bislang nicht überschritten hat. Die geopolitischen Spannungen haben sich erneut verschärft, da Iran und die Vereinigten Staaten die Blockaden in der Straße von Hormus und aktive Militäroperationen wieder aufgenommen haben. Das Ende des Abwärtstrends kann erst bestätigt werden, wenn das Hoch bei 1,1473 überwunden ist, doch die Bullen haben in den vergangenen drei Wochen wenig Stärke gezeigt.

Der Nachrichtenfluss am Donnerstag war sehr dünn, dennoch erhielten die Bären etwas Unterstützung durch den Philadelphia Fed Manufacturing Index sowie durch Berichte, dass die Vereinigten Staaten bereits den sechsten Tag in Folge Angriffe gegen Iran durchführen. Donald Trump drohte damit, sämtliche Kraftwerke des Landes zu zerstören, falls Teheran nicht an den Verhandlungstisch zurückkehrt, während Iran im Gegenzug damit drohte, die Bab-al-Mandab-Straße und das Rote Meer zu blockieren. Es sei darauf hingewiesen, dass es sich hierbei um eine weitere kritisch wichtige Route für Energieexporte aus dem Nahen Osten in die Weltmärkte handelt. Würden somit beide zentralen maritimen Nadelöhre gleichzeitig blockiert, könnten sich die Ölpreise potenziell verdoppeln, was einen kräftigen Inflationsschub weltweit auslösen und die Zentralbanken zu einer weiteren Straffung der Geldpolitik zwingen könnte. Die Lage im Nahen Osten bleibt höchst explosiv. Am Freitag veröffentlicht die Eurozone ihren Inflationsbericht, auch wenn die Händler die Vorabschätzung bereits kennen. Die Bullen könnten heute wieder mit Käufen beginnen.

Im 4-Stunden-Chart bewegt sich das Paar weiterhin in einer Seitwärtsrange. Eine Konsolidierung oberhalb von 1,1411 lässt auf weiteres Aufwärtspotenzial schließen; allerdings hat sich die Kursrichtung in den letzten Sitzungen zu häufig geändert, während das Handelsvolumen gedämpft bleibt. In keinem Indikator sind derzeit neue Divergenzen erkennbar. Der abwärtsgerichtete Trendkanal bleibt intakt.

Commitments of Traders (COT) Report

In der vergangenen Berichtswoche haben professionelle Händler 12.228 Long-Positionen geschlossen und 5.098 Short-Positionen eröffnet. In den sieben Wochen im Februar und März ging der zuvor deutliche Vorteil der Bullen infolge des Krieges unter Beteiligung des Iran verloren, während sich in den vergangenen fünfzehn Wochen die Marktpositionierung mit der Aussetzung der Kampfhandlungen im Nahen Osten wieder stärker ausbalanciert hat. Spekulative Händler halten derzeit rund 223.000 Long-Positionen und 239.000 Short-Positionen.

Insgesamt behalten große institutionelle Händler weiterhin einen konstruktiven langfristigen Blick auf den Euro bei. Selbstverständlich beeinflusst die Vielzahl globaler Ereignisse, die in den vergangenen Jahren das Geschehen bestimmt hat, nach wie vor die Anlegerstimmung. Besonders im Fokus stehen weiterhin die Entwicklungen im Nahen Osten, wo die militärischen Operationen pausieren und Verhandlungen begonnen haben, was den Weg für ein dauerhaftes Friedensabkommen ebnen könnte. Gleichzeitig ignoriert der Markt weitgehend die Verbesserung der geopolitischen Lage sowie mehrere weitere Faktoren, die den Euro stützen.

Wirtschaftskalender für die USA und die Eurozone

Eurozone

  • Verbraucherpreisindex (09:00 UTC)

Vereinigte Staaten

  • Baugenehmigungen (12:30 UTC)
  • Baubeginne (12:30 UTC)
  • Industrieproduktion (13:15 UTC)
  • University of Michigan Consumer Sentiment Index (14:00 UTC)

Der Wirtschaftskalender für den 17. Juli umfasst fünf geplante Veröffentlichungen, von denen ich keine als besonders wichtig einschätze. Daher ist zu erwarten, dass die makroökonomischen Daten die Marktstimmung am Freitag nur begrenzt beeinflussen werden, hauptsächlich in der zweiten Tageshälfte.

EUR/USD-Prognose und Trading-Tipps

Long-Positionen können heute in Betracht gezogen werden, wenn es im Stundenchart zu einer Erholung vom Niveau bei 1,1438 kommt, mit Kurszielen bei 1,1472 und 1,1507. Alternativ können Long-Positionen auch nach einem bestätigten Schlusskurs oberhalb von 1,1472 in Erwägung gezogen werden. Short-Positionen können nach einem bestätigten Schlusskurs unterhalb von 1,1438 im Stundenchart mit einem Ziel bei 1,1395 eingegangen werden. Die Marktbewegungen bleiben äußerst verhalten.

Die Fibonacci-Retracement-Niveaus sind im Stundenchart von 1,1620 bis 1,1325 und im 4-Stunden-Chart von 1,1411 bis 1,1850 eingezeichnet.

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