Das britische Pfund wurde heute mithilfe der Mean Reversion-Strategie gehandelt. Den Yen habe ich mit der Momentum-Strategie gehandelt.
Die Inflation in der Eurozone hat sich von 2,8 % im Juni auf 2,9 % im Jahresvergleich beschleunigt, während die endgültige Eurostat-Schätzung die vorläufige Lesung bestätigt hat. Zur Erinnerung: Der Verbraucherpreisindex spiegelt die Rate des Preisanstiegs wider und beeinflusst direkt die Erwartungen an die Politik der EZB; diesmal wurde die gesamte Beschleunigung jedoch vom Energiesektor getragen. Für die EZB ist allerdings ein anderer Teil des Berichts deutlich beunruhigender. Die Inflation im Dienstleistungssektor beschleunigte sich auf 3,3 % und machte mehr als die Hälfte der Gesamtinflation aus, während die Kerninflation auf 2,5 % anstieg. Deshalb reagierte der Markt mit einem Anstieg des Euro und preist zunehmend eine straffere Geldpolitik ein, da viele Ökonomen erwarten, dass der Einlagensatz von 2,25 % auf 2,50 % angehoben wird.
Das Pfund legte ebenfalls zu, nachdem bekannt wurde, dass die Inflation im Vereinigten Königreich im Juli auf 2,9 % gestiegen ist, nach 2,6 % im Juni. Der Energiesektor leistete den größten Beitrag zu dieser Beschleunigung, da die Energiepreise um 13 % anzogen. Dennoch ging die Dienstleistungsinflation von 3,6 % auf 3,4 % zurück. Die Abschwächung im Dienstleistungssektor deutet darauf hin, dass der zugrunde liegende Inflationsdruck allmählich nachlässt, während die gesamte Beschleunigung inflationsseitig vor allem von Energie getrieben wird. Damit ergab sich für das Pfund ein gemischtes Bild: Die höhere Gesamtinflation unterstützte Käufe, doch die Entspannung bei den Kernkomponenten schmälerte die Argumente für eine weitere geldpolitische Straffung durch die Bank of England.
In der zweiten Tageshälfte wird die Veröffentlichung des Protokolls der jüngsten Sitzung der Federal Reserve das wichtigste Ereignis sein. Diese Sitzung war durch eine ungewöhnlich ausgeprägte „hawkishe“ Spaltung unter den Entscheidungsträgern gekennzeichnet. Zur Erinnerung: Der Beschluss, die Zinsen unverändert zu lassen, fiel mit neun zu drei Stimmen, wobei drei Ausschussmitglieder eine sofortige Zinserhöhung forderten. Das Protokoll wird Einzelheiten dieser Diskussion offenlegen, und der Markt wird es genau auf Hinweise prüfen, wie ernst die Absichten der Falken sind und ob bei den kommenden Sitzungen ein Risiko einer weiteren Straffung besteht. Aus diesem Grund könnte das Dokument den Dollar deutlich bewegen, da jede Bestätigung einer „hawkishen“ Ausrichtung die Nachfrage nach der US‑Währung erhöhen würde.
Die Auswirkungen auf Euro und Pfund sind unmittelbar. Bestätigt das Protokoll, dass einige Fed‑Vertreter bereit sind, die Zinsen anzuheben, dürfte der Dollar aufwerten und dadurch Druck auf EUR/USD und GBP/USD ausüben. Eine weichere Wortwahl hingegen würde die US‑Währung schwächen und beiden europäischen Währungen etwas Luft verschaffen.
Fallen die Konjunkturdaten stark aus, werde ich auf die Momentum‑Strategie setzen. Reagiert der Markt nicht auf die Daten, werde ich weiterhin die Mean‑Reversion‑Strategie nutzen.
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